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03.04.24 Mittwoch 19:30
Hochschule für Musik Dresden, Kleiner Saal, Wettiner Platz 13, Dresden

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Eintritt
Eintritt frei

Mit Studierenden der Klasse KV Prof. Jörg Wachsmuth (Schirmherr für den Freistaat Sachsen)

 

Sie ist das tiefste Blechblasinstrument, das je erfunden wurde und vielseitig einsetzbar. Sowohl in großen sinfonischen Orchestern, als auch in Blasmusikensembles ganz unterschiedlicher Stilrichtungen sorgt sie mit ihrem tiefen und voluminösen Ton für das Fundament des Blechsatzes. Als Bassinstrument übernimmt die Tuba aber oft auch eine rhythmische Funktion. Tritt sie solistisch hervor, geht es oft um dunkle Vorahnungen, bösartige Kreaturen oder groteske Situationen. Obwohl die Tuba so reich an Einsatzmöglichkeiten ist, lernen deutschlandweit nur etwa 1700 Musikschüler/-innen das Instrument.

Die Tuba spielt man (meist) im Sitzen. Sie hat eine schöne Form und einen angenehmen Klang. Und nur ihre allertiefsten Töne klingen manchmal etwas bedrohlich. Das Wort: »Tuba« hat seine Wurzeln im lateinischen »tubus« (=Rohr), Plural: Tuben oder Tubas. Bereits bei den Römern gab es ein Instrument, das Tuba hieß. Dieses hat aber mit unserer modernen Tuba nichts zu tun. Stattdessen handelte es sich um ein gerades, konisches Rohr ohne Ventile, das aus Bronze oder Eisen gefertigt wurde. Heute werden Tuben aus einem dünnen Messingblech hergestellt. Das Mundstück ähnelt dem der Trompete. Zum Spielen muss man die Lippen mit der richtigen Kraft zusammendrücken und mit einer bestimmten Stärke pusten. So entstehen Töne. Im Vergleich zur Posaune braucht man beim Blasen weniger Luft. Das liegt an der konischen Röhre. Die Tuba hat drei bis sechs Ventile. Damit verlängert oder verkürzt sich die Luftröhre im Instrument, was zu einer Veränderung der Tonhöhe führt. Es gibt verschiedene Arten von Tuben. Sie unterscheiden sich durch die Länge der Rohre. Die Längste ist die Kontrabasstuba. Sie klingt am tiefsten von allen Blechblasinstrumenten. Im Sitzen stellt man die Tuba auf den Oberschenkeln ab. Kleinere Tubist/-innen oder solche mit größeren Instrumenten stellen sie auf die Stuhlfläche zwischen den Beinen.

Die Tuba gehört zu jedem Blasorchester, eingesetzt wird sie aber auch im Sinfonieorchester. Dort werden Basstuba und Kontrabasstuba gleichermaßen verwendet. Ob eine Partie mit der Bass- oder Kontrabasstuba gespielt wird, entscheidet meist der Tubist selbst anhand der geforderten Tonlage, Lautstärke oder Klangfarbe. Ein Orchestertubist muss im deutschsprachigen Raum beide Bauformen virtuos beherrschen. In den skandinavischen Ländern, in England, Frankreich und weiten Teilen Amerikas sowie in Australien wird hauptsächlich die Kontrabasstuba in C verwendet. Die Alternative zur Basstuba in F bildet in diesen Ländern eine Es-Tuba. Blechblasorchester marschieren oft zu ihrer Musik. Hier braucht man meistens das Sousaphon. Man sagt »Suusafon«. Es ist eine besondere Art der Tuba. Das Instrument »wickelt« sich um den Oberkörper des Tubisten. Der riesige Schalltrichter schaut nach vorne. Ein Sousaphon wiegt etwa zehn Kilogramm.

Die Tuba ist eine Berlinerin. Um 1835 wurde sie, kurz nach der Erfindung der Ventiltechnik, entwickelt. In Militärkapellen sorgte sie für eine satte Basslage. Ihre Erfinder waren Kammermusikus Wilhelm Wieprecht und Hof-Instrumentenmacher Johann Gottfried Moritz. In Berlin wurde auch der Komponist Hector Berlioz auf das Instrument aufmerksam und war hingerissen: Der Effekt, den eine große Zahl Basstuben in einer Militärkapelle mache, sei jenseits jeder Vorstellung. Richard Wagner begegnete dem Instrument in der Pariser Werkstatt des Saxophon- Erfinders Adolphe Sax, weitere Komponist/-innen folgten.

Obwohl noch vergleichsweise jung, ist die Tuba heute selbstverständlicher Bestandteil der Musiklandschaft. Erkunden Sie mit uns die Tiefen der Tuba!

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