ESF-Projekt 2020-2022: Der Klang der Staatskapelle Dresden
Gibt es einen spezifischen Dresdner Klang? Wodurch entsteht dieser? Wie lässt er sich beschreiben?
Ergibt sich eine Kontinuität in Interpretation und Spielpraxis?
Über das Projekt
Die Sächsische Staatskapelle Dresden kann sich auf eine große Tradition beziehen: gegründet 1548, wurde sie in ihrer Geschichte von Kapellmeistern internationalen Ranges geleitet. Heinrich Schütz, Johann Adolf Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Wagner waren zugleich bedeutende Komponisten; im 20. Jahrhundert folgten ihnen mit Ernst von Schuch und Fritz Busch Chefdirigenten, die stets auf die Wahrung eines inzwischen legendären Klangideals bedacht waren.
Was diesen Klang wie „Glanz von altem Gold“ (Herbert von Karajan) bestimmt, ist jedoch mehr als ein marktgängiger Mythos. Denn grundlegend dafür ist nicht nur ein Instrumentarium, das einer jahrhundertelangen Tradition mitteldeutschen Instrumentenbaus entstammt, sondern mehr noch die kontinuierliche Pflege von Spieltechniken, die über Generationen in einer engen Lehrer-Schüler-Filiation kultiviert wurden. So selbstverständlich diese Paradigmen einer Orchesterkultur für die Musiker*innen des Ensembles sind, so wenig sind sie schon genauer erforscht. Das Fehlen grundlegender, systematischer Forschungen zur Konstitution des Klangkörpers – sowohl personell wie hinsichtlich der Leitlinien seiner historisch gewachsenen Interpretation – bezeichnet ein künstlerisches wie wissenschaftliches Desiderat, für dessen Behebung die Erfassung aller relevanten Daten und Dokumente (Ton, Bild, Text, Musikalien etc.) im Rahmen dieses Projekts eine zentrale Voraussetzung war.
Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit des Instituts für Musikwissenschaft der HfM Dresden und dem Archiv der Sächsischen Staatstheater, Professor*innen musikwissenschaftlicher Forschungseinrichtungen in Warschau sowie der SLUB Dresden.
Wissenschaftliches Ziel
... des Projekts ist die systematische Verknüpfung von Informationen in einer Datenbank, die mit einer Rekonstruktion historischer Aufführungspraktiken die Identifikation eines für das Orchester spezifischen Klangbildes erlaubt.
Historische Konzertzettel und Programmhefte, Zeitzeugenberichte und Rezensionen, Instrumentenverzeichnisse und Tonaufnahmen sowie Interviews mit Musiker*innen der Sächsischen Staatskapelle Dresden können Auskunft über etwas geben, was heute so nicht mehr existiert, geschweige denn hörbar wäre. Die Systematisierung und Verknüpfung dieser Daten liefert die Basis für computergestützte Auswertungen, sowohl was Text- als auch Tondokumente angeht. (zur Datenbankbeschreibung)
Datenbank Kapellklang
Die Datenbank Kapellklang ist ein digitales Repositorium und Rechercheinstrument zur Aufführungsgeschichte der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Sie umfasst in mehreren Registern ca. 30.000 Datensätze u. a. zur Aufführungshistorie (Chronik), zu Musikerinnen und Musikern der Kapelle, zum Repertoire, zu Instrumenten, zu den Spielstätten und zu verfügbaren Rezensionen.
Ausführliche Hinweise zum Aufbau und zu Benutzung der Datenbank finden Sie auf der Hilfeseite.
Vorgehensweise
Das Forschungsprojekt zum Klang der Sächsischen Staatskapelle Dresden sucht nach Charakteristika eines Klangphänomens und danach, diese zu beschreiben. Dies erfordert eine multiperspektivische Annäherung, die über reine Primärquellenforschung hinausgeht. Durch seinen komplexen Ansatz subsumiert das Projekt zahlreiche Einzelstudien sowie partiell bereits geleistete archivalische Erschließungen und führt durch die Möglichkeit der Verknüpfung der Datensätze zu einer ganz neuen Qualität von Darstellung und Erforschung historischer Sachverhalte.
Die Aufarbeitung und Auswertung von Textzeugnissen erfolgen nach bewährten archivalischen Standards und historisch-kritischer Methodik der Geisteswissenschaften. Historische Konzertzettel und Programmhefte, Tagebücher und Korrespondenzen, Notenbestände, Rezensionen einschlägiger Zeitschriften und Zeitungen, Instrumentenverzeichnisse und Tonaufnahmen sowie Interviews mit Zeitzeug*innen können Auskunft über etwas geben, was heute so nicht mehr existiert, geschweige denn hörbar wäre. Die Systematisierung und Verknüpfung dieser Daten liefert die Basis für computergestützte Auswertungen, sowohl was Text- als auch Tondokumente angeht. Erfahren Sie mehr
Geografisch bedingte Vorlieben der Instrumentenbauer in Bezug auf die technischen Aspekte des Baus der im Orchester verwendeten Instrumente führten zur Entwicklung verschiedener Instrumentenmodelle.
In diesem Sinne schreibt Herbert Heyde, einer der größten Kenner des europäischen Musikinstrumentenbaus:
"Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, mancherorts auch noch später, waren die Orchester im Instrumenten- wie Musikerbestand oftmals von einheimischen Verhältnissen bestimmt. Nur in dieser Einheit aber konnten sich regionale Klangstile voll entfalten, was z.B. in Dresden der Fall war." (Das Ventilblasinstrument, Leipzig 1986, S. 86)
Die Erfassung des Instrumentariums machte daher einen bedeutungsvollen Teil unserer Forschung aus. Für die Erstellung der Datenbank wurden Instrumentenbestände erschlossen und unter drei Schwerpunkten ausgewertet: Instrument/Objekt, Historie, Klang. Erfahren Sie mehr
Tondokumente, die den Klang der Sächsischen Staatskapelle Dresden im Originalton wiedergeben, gibt es erst seit den 1920er Jahren. Das erkenntnistheoretische Problem der Unhörbarkeit noch früherer Zeiten erfordert also eine Vorgehensweise, bei der wir zumindest in Ansätzen einen Zugang zur akustischen Vergangenheit erhalten. Auch wenn die performativen Parameter nicht im Tonträger festgehalten werden können, so lassen sich doch etliche Spezifika des Klangbildes herausstellen. Demnach werden alle verfügbaren Aufzeichnungen erfasst, veröffentlichte - wenn zugänglich auch unveröffentlichte - Metadaten der Datenbank zugeführt und gleichzeitig zeitgenössische Interviews als Zeitzeugenberichte in einer internen Mediathek angelegt und hinsichtlich ihrer klangbeschreibenden Aussagen ausgewertet. Erfahren Sie mehr
Die spektrogrammbasierte Analyse von Tonaufnahmen beschreibt ferner einen weiteren Ansatz innerhalb des Projektes. Mittels computergestützter Auswertungs- und Visualisierungsverfahren können Klangphänomene wie signifikante agogische Ausdifferenzierungen oder das Einschwingverhalten bestimmter Instrumentengruppen jenseits vom bloßen Hörerlebnis und der zwangsläufig sekundären verbalen Rezeption in Frequenzdiagrammen dargestellt und mit anderen Tonaufnahmen ins Verhältnis gesetzt werden. Erfahren Sie mehr
Im Rahmen des Projektes wurden Interviews mit Musikerinnen und Musikern der Kapelle sowie Dirigent*innen, Kritiker*innen. Komponist*innen etc. geführt. Audiovisuell festgehalten, geben diese Gespräche Aufschluss über Faktoren wie Traditionen, Orchesterschule, Ausbildung, Probespielauswahl, spezifische Einzelheiten zu Klangvorstellungen und Performanztechniken der einzelnen Solisten oder Instrumentengruppen. Erfahren Sie mehr
Klangbeschreibungen, wie sie aus historischen Kritiken und anderen Zeitdokumenten aber auch aus den oben beschriebenen Gesprächen mit Musiker*innen und Rezipient*innen extrahiert werden können, bilden die Grundlage für einen weiteren im Rahmen des Projektes beschrittenen Weg, um Klang rekonstruier- und analysierbar zu machen. Wie klang die Königliche Hofkapelle bspw. 1876 unter Ernst Schuch im Interimsbau (der sogenannten „Bretterbude“)?
Durch die systematische Verschlagwortung und semantische Auswertung von klangbeschreibenden Aussagen sowie die Verknüpfung dieser mit den erfassten Personen-, Werk und Aufführungsdaten und dem benutzten Instrumentarium lassen sich Erkenntnisse zur Repertoiregestaltung, zur Spielpraxis, zum Instrumentarium, zur Ensemblestruktur und schließlich zu bis in die Gegenwart reichenden Traditionslinien hinsichtlich eines vielbeschworenen Klangideals erzielen. Erfahren Sie mehr
Musikwissenschaftler, Musiker und Rezensenten sind den Umgang mit Beschreibungen ihrer Eindrücke beim Musikhören gewohnt. Aber will man selbst über Musik sprechen, stößt man oft auf ein Problem: Wie erkläre ich, warum mir etwas gefällt? Welche Adjektive eignen sich? Eine große Zahl der möglichen, teils metaphorischen Ausdrucksformen entstammt häufig ganz anderen Bereichen der Sinneswahrnehmung. Die Wortfabrik gibt einen Einblick in diese verschiedenen Bereiche, möchte aber auch ermutigen, persönliche Eindrücke vom Klang der Sächsischen Staatskapelle Dresden in die Wordcloud einzugeben. Erfahren Sie mehr
tools & Programme
Blind Taster
Auditive Blindverkostung
Können Sie den Klang der Staatskapelle Dresden erkennen?! Machen Sie den Selbsttest mit unserem Blind Taster. Das eigens im Rahmen des Projektes entwickelte Programm produziert automatisch Mulitple-Choice-Hörtests, die stets die folgende Form besitzen: Einer von drei Klangausschnitten entstammt einer Tonaufnahme der Staatskapelle Dresden. Welcher?
Mit eigenen Ohren lassen sich auf diese Weise Klangzuschreibungen und eigene Hypothesen überprüfen, lassen sich jenseits von reiner Intuition (neue) Hörstrategien entwickeln, lassen sich letztlich Fortschritte messen, um sich dem Klang der Staatskapelle Dresden nicht nur theoretisch, sondern gleichsam durch die eigene unmittelbare Sinneswahrnehmung zu nähern.
Interaktive Karte
Geburtsorte von Kapellmitgliedern
Wie setzte sich die Dresdner Hof- bzw. Staatsapelle in Bezug auf die regionale Herkunft ihrer Mitglieder im Vergleich vier verschiedener Epochen zusammen? Welche territorialen Traditionen lassen sich vielleicht sogar von 1816 bis 2022 nachzeichnen? Finden Sie es mit dem open source-tool umap selbst heraus und begeben Sie sich auf eine Reise durch Raum und Zeit.
Tipp: Über die Legende ist es möglich, einzelne Ebenen (Epochen) blind zu schalten, um einen differenzierten Vergleich ausgewählter Zeitperioden vornehmen zu können. Beim Heranzoomen können gruppierte Musiker*innen einzeln aufgerufen werden.
ESF-Projektfilm
Das Projekt zur Erforschung des Klangs der Staatskapelle Dresden wurde als eines von acht Förderprojekten des Zeitraums 2014 bis 2020 für einen Filmdreh ausgewählt und Ende September 2021 bei der ESF-Jahreskonferenz vorgestellt. Unser Dank gilt dem ESF und dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus!
Medien
Präsentationen
Moritz Oczko und Philipp Martin über die agogische Devianz als mögliches Klangcharakteristikum der Sächsischen Staatskapelle Dresden.
Mitschnitt des Abschlussvortrages von Sophia Zeil-Bonk über die digitalen Spuren des Klangs der Sächsischen Staatskapelle Dresden.
Interviews
Prof. Dr. Eckart Haupt, Kammervirtuos und ehem. Soloflötist der Staatskapelle Dresden, spricht über die Klangidee der Sängerbegleitung.
Stephan Drechsel, Violinist der Staatskapelle Dresden, spricht über die Weitergabe der Klangtraditionen.
Der Dirigent und Komponist Prof. Ekkehard Klemm spricht über die homogene Spielweise der Streicher der Staatskapelle.
Andreas Lorenz, ehem. Solo-Oboist der Sächsischen Staatskapelle Dresden, spricht über das Timbre des Bläserklangs.
Radio-Features
Unser Projekt bei BR Klassik: Radio-Feature über das Sprechen über Musik und den Mythos vom "Glanz von altem Gold".
Projektwebsite Kapellklang
Besuchen Sie auch unsere eigene Projektwebsite: www.kapellklang-dresden.de!
Forschungsteam
Michael Heinemann
Prof. Dr. phil. habil.
Musikwissenschaft
Raum P 4.05 (Wettiner Platz 10, 4. OG)
Sprechzeit:
Montag ab 17:00 (mit Voranmeldung per Mail)
Prof. Dr. Michael Heinemann versteht Musik als Phänomen, das zu erschließen Partituren und Paratexte nur mehr Mittel sind, den ästhetischen Gegenstand zu rekonstruieren – und sprachlich zu fassen. Ausgangspunkt zumal der jüngeren Studien zu Monteverdi, Schumann und Beethoven ist das Hören: die Wahrnehmung von Klängen mit Rücksicht auf Zeit und Räume, für die sie entstanden. Dieser phänomenologische Ansatz eröffnet zugleich den Zugang zur neuen und neuesten Musik.
Michael Heinemann wurde in Bergisch Gladbach geboren und studierte Kirchenmusik, Instrumentalpädagogik und Orgel in Köln, Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte in Köln, Bonn und Berlin. Seit 2000 ist er Professor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher und Editionen zur Musikgeschichte des 16. bis 20. Jahrhunderts, mehr als 100 Aufsätze in Sammelbänden und Fachzeitschriften.
Arbeitsschwerpunkte bilden u. a. die Geschichte der Bach-Rezeption sowie – in Zusammenarbeit mit dem Robert-Schumann-Haus Zwickau – eine Gesamtausgabe der Briefe Robert und Clara Schumanns (im Verlag Dohr), zu deren Editionsleitern er gehört.
Prof. Dr. Michael Heinemann ist Initiator und Leiter des Projekts „Der Klang der Staatskapelle Dresden“.
Tomasz Grochalski gilt als Instrumentenspezialist im Team, wobei er vor allem mit seinem Wissen über Blechblasinstrumente und seiner Leidenschaft für das Horn für sich einzunehmen weiß.
Sein Studium der Musikwissenschaft an der Uniwersytet Wrocławski ergänzte er durch Auslandssemester an den Universitäten Wien und Leipzig. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit als Doktorand bei Prof. Remigiusz Pośpiech an seiner Alma Mater sammelt er auch künstlerische Erfahrungen als Student in der Hornklasse von Dr. Adam Wolny an der Akademia Muzyczna im. Karola Lipińskiego in Wrocław, an der er seinen Bachelor Abschluss im Juni 2021 plant.
Als Teil des Forschungsteams legt er den Schwerpunkt seiner Forschung u.a. auf die Frage, auf welchen Instrumenten die Musiker der Staatskapelle Dresden in den vergangenen Jahrhunderten gespielt haben.
Elke Kottmair arbeitet sehr gerne kreativ und stellt sich begeistert der Herausforderung, neue Vermittlungskonzepte für besondere Themenschwerpunkte in der Musik zu erschaffen.
Die gebürtige Augsburgerin begann mit dem Studium der Musikwissenschaft an der LMU München und wechselte dann zum Gesangsstudium an den Hochschulen für Musik Würzburg und Rostock. Neben ihrer langjährigen Tätigkeit als Bühnensängerin (u.a. Semperoper Dresden, Staatsoperette Dresden, Staatstheater Augsburg und Nürnberg, Oper Halle), versucht sie bei der Zusammenstellung ihrer Programme im Konzertbereich stets, musikwissenschaftliche Kontexte in ihre Performance zu integrieren.
Angetrieben vom Interesse für die Entwicklung neuer und innovativer Konzertformate, sowie der Fragestellung nach Möglichkeiten des Audience Development, absolvierte sie den berufsbegleitenden Aufbaustudiengang Musikvermittlung/Konzertpädagogik an der Universität Augsburg, welchen sie 2018 abschloss (M.A.).
Im Rahmen des Projekts beschäftigt sie sich neben der Erforschung der Verbalisierung von Klangbeschreibung schwerpunktmäßig mit der Aufgabe, die ermittelten Forschungsergebnisse in einer adäquaten Aufbereitung für ein breites Publikum zugänglich zu machen.
Philipp Martin interessiert sich in seiner künstlerischen und wissenschaftlichen Tätigkeit für Perspektivität, Genre- und Materialgrenzen sowie deren Transfer.
Als Instrumentalist und Komponist bewegt er sich innerhalb der experimentellen Musikszene zwischen Konzeptimprovisation, Jazz und zeitgenössischer Musik, konzertiert national und international und veröffentlichte in leitender oder begleitender Funktion etliche Aufnahmen.
Geboren in Weimar, absolvierte er in seiner Heimatstadt zunächst ein Studium in der Fachrichtung Jazz-Bass bei Prof. Manfred Bründl an der Hochschule für Musik Franz Liszt und im Anschluss daran Komposition mit theoretischer Vertiefung bei Prof. Thomas Zoller an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Hierbei beschäftigte er sich mit Fragen zum Klangkonkretismus und zur Klangwahrnehmung, welche er im Rahmen seiner Forschungsarbeit zu Helmut Lachenmanns musique concrète instrumentale vertieft und weiterentwickelt.
Im Rahmen des Projekts wird er sich dem "Dresdner Klang" vermittels Fragestellungen der Performanzforschung zuwenden.
Moritz Oczko ist fasziniert von interdisziplinären Grenzüberschreitungen und denkt gerne unkonventionell.
Nach einem künstlerischen Studium in den Niederlanden im Fachbereich Jazz-Gitarre, zog es den gebürtigen Dortmunder zum Kompositionsstudium mit theoretischer Vertiefung bei Prof. Thomas Zoller an die Hochschule für Musik Dresden. Seit seinem Abschluss (M.Mus) im Jahr 2017 widmet sich Moritz verstärkt musikwissenschaftlichen Fragestellungen. Als Doktorand bei Prof. Dr. Michael Heinemann arbeitet er derzeit im Rahmen seiner Dissertation über Alfred Schnittkes Erstes Concerto grosso.
Im Hinblick auf das Kapellklang-Projekt verfolgt Moritz einen multiperspektivischen Ansatz, um sich dem Thema im Spannungsfeld von historischer Quellenauswertung, phänomenologischer Klangforschung, subjektiver Zeitzeugenbefragung und allgegenwärtiger Sprachskepsis wissenschaftlich zu nähern.
Sophia Zeil-Bonk liebt es, den Blick zu schärfen und sowohl das kleinste Detail als auch den größten Arbeitsberg ins Visier zu nehmen.
Die gebürtige Dresdnerin war als wissenschaftliche Mitarbeiterin bereits im Archiv der Sächsischen Staatstheater - Staatsoper Dresden und Staatsschauspiel Dresden tätig, wo sie tagtäglich mit Quellen zur Geschichte der Staatskapelle Dresden zu tun hatte.
Nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Hispanistik an der Technischen Universität Dresden sowie der Editionswissenschaft an der Freien Universität Berlin wirkte sie an (digitalen) Editionsprojekten u.a. zu Robert Schumann, August Wilhelm Schlegel und Ludwig Tieck mit. Ihre Masterarbeit, eine historisch-kritische Edition der Briefe Dorothea Tiecks an Louise von Bülow, erschien 2018 im Thelem-Verlag.
Sophia wird sich dem Forschungsziel, einen „Klang der Staatskapelle Dresden“ zu rekonstruieren und zu beschreiben, vor allem methodologisch nähern: Wie lassen sich historische Daten so systematisieren und verlinken, dass Auswertungen neue Erkenntnisse bringen können?
Projektförderung
Kontakt
Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Institut für Musikwissenschaft
Wettiner Platz 10
01067 Dresden