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News Music Theory

Melodische Gestaltung in Sprache und Musik – Wahrnehmung, Grammatik und Multimodalität

Im Vortrag wird mit interdisziplinären Methoden der Linguistik und Musiktheorie der Frage nachgegangen, inwiefern sich die sprechmelodische Grammatik in musikalischen Vertonungen manifestiert. Auf spannende Weise wird im Vortrag gezeigt, wie sehr das Hören und Komponieren von Musik vom Sprechen und Hören einer oder mehrerer Sprachen beeinflusst ist.

Melodien sind Musik, wenn die Töne miteinander spielen. Melodien sind Sprache, wenn sie als Zeichen dienen. Wenn die Töne, die miteinander spielen, der Mitteilung dienen, sind Melodien Musik und Sprache zugleich.

Im Vortrag werden Melodien in dieser Doppelrolle betrachtet unter den Aspekten der Wahrnehmung: Wir nehmen Sprechmelodien und musikalische Melodien in der Regel auf unterschiedlicher Weise wahr. In einer Rede hören wir das Auf und Ab der Stimme in einem Kontinuum. Musikalische Melodien dagegen erwecken die Vorstellung von Tonhöhen, die durch Intervalle getrennt sind. Diese beiden Zugänge zur Melodie schließen sich nicht gegenseitig aus. Bei unterschiedlicher Fokussierung der Aufmerksamkeit, kann der Höreindruck umschlagen. Da wo zunächst ein bloßes Auf und Ab zu hören war, kann sich beim erneuten Anhören eine musikalische Tonfolge zeigen.

Kurzbio:

Manuel Durão studierte Komposition an der Musikhochschule seiner Heimatstadt Lissabon. In Leipzig setzte er das Studium zusammen mit Musiktheorie und Dirigieren fort. Er promovierte mit einer Arbeit über die Musikalischen Eigenschaften des Tonhöhenverlaufs in der deutschen Sprechmelodik (2024) und unterrichtete Musiktheorie, Gehörbildung und Komposition an den Musikhochschulen Trossingen, Nürnberg sowie an den Hochschulen für Kirchenmusik Halle (Saale) und Heidelberg. Zum Wintersemester 2025/26 wurde Manuel Durão zum Professor für Musiktheorie an die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig berufen.


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Manuel Durao tanzend