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Erasmus-Aufenthalt in Schweden

Luise Pippig studiert Gymnasialehramt Musik mit dem Hauptfach Klavier an der HfM Dresden. Das Wintersemester 2025/26 verbrachte sie im Rahmen des Erasmus-Austauschprogramms an der Kungliga Musikhögskolan in Stockholm (Schweden). Im Interview berichtet sie u.a. von ihren Eindrücken und persönlichen Erfahrungen an der Musikhochschule.


Warum haben Sie sich für einen Auslandsaufenthalt während Ihres Studiums entschieden?
Die Idee eines längeren Auslandsaufenthaltes hat mich schon seit meiner Schulzeit fasziniert. Schöne und bereichernde Begegnungen mit Erasmusstudierenden an der HfM Dresden haben mich motiviert, auch an dem Programm teilzunehmen. Meine Wahl fiel auf Schweden bzw. Stockholm, da ich schon oft in diesem wunderschönen Land touristisch unterwegs war, an der TU Schwedisch gelernt hatte und mich eingehender mit der schwedischen Kultur – vor allem Musik, aber auch Sprache, Literatur und Traditionen – beschäftigen wollte. Außerdem fand ich es interessant, in einem völlig neuen Umfeld zu leben und neue Menschen kennen zu lernen.

Was sind die wesentlichen Unterschiede Ihres Studiums an der Partnerhochschule im Vergleich zur HfM Dresden?
Der wohl größte Unterschied war, dass es besonders in den künstlerischen Fächern (Klavier, Gesang, Schulpraktisches Klavierspiel, Band) sehr wenig Unterricht gab, wodurch ich den wöchentlichen Unterricht in Dresden noch mehr zu schätzen weiß. Ich hatte jedoch auch, anders als im Lehramtsstudium an der HfM, Kammermusik und habe darüber hinaus zusätzliche Lehrveranstaltungen wie einen Kurs zu englischem und amerikanischem Lied mit Abschlusskonzert in der Royal Hall und den Chor der Schulmusik- und Kirchenmusikstudierenden besucht. Dort konnte ich einen guten Einblick in die schwedische Chormusik gewinnen und schöne schwedische Weihnachtslieder kennen lernen. Trotz dieser Extrakurse blieb noch ausreichend Zeit, um die Stadt, ihre Umgebung und besonders die Schäreninseln zu erkunden – die Fähren sind im Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel inbegriffen.

Alle meine Kurse fanden auf Englisch statt, selbst wenn die meisten Studierenden und die Lehrperson Schwedisch als Muttersprache hatten. Auf mich wirkte das sehr zuvorkommend und hilfsbereit gegenüber internationalen Studierenden. Die Atmosphäre und das Miteinander würde ich als sehr locker und entspannt bezeichnen – für mich als Deutsche war es anfangs ungewohnt, ausnahmslos alle Menschen an der Hochschule zu duzen; es gab immer ausreichend „Fika“ Pausen und auch die Erwartungshaltung der Lehrpersonen war definitiv nicht zu hoch.

Was hat Ihnen insgesamt besonders gut gefallen?
Die Planung des Erasmussemesters wurde von der zuständigen Koordinatorin sehr nach meinen Vorstellungen ausgerichtet. Zwar waren die Kurse leider nicht alle im Vorhinein auf der Website ersichtlich, jedoch haben sich durch Nachfragen noch viele Möglichkeiten ergeben, wie zum Beispiel, dass ich zusätzlich zu meinem Hauptfach Klavier bei Susan Yondt noch Gesangsunterricht bei Prof. Bo Rosenkull bekommen konnte, wovon ich sehr profitiert habe.
Besonders schön war für mich, dass ich so gut in die Gruppe der schwedischen Studierenden aufgenommen wurde – ich konnte bei einer Christmas Party dabei sein mit typisch schwedischem Essen, Weihnachtsliedern, den „Snapsvisor“ und anderen Aktivitäten.
Außerdem habe ich Lucia, das schwedische Lichterfest am 13.12. miterlebt, ich war oft im Freilichtmuseum Skansen sowie in der Oper und im Konzerthaus Berwaldhallen und bin nach Ende des Semesters nach Lappland gereist. Insgesamt war es eine bereichernde und prägende Zeit und ich kann ein Erasmussemester in Stockholm sehr empfehlen.

Was würden Sie beim nächsten Mal anders machen?
Man sollte so früh wie möglich mit der Wohnungssuche beginnen, da es in Stockholm schwierig ist, eine gut gelegene und bezahlbare Wohnung zu finden. Ansonsten würde ich es genauso wieder machen: gute Kontakte und Freundschaften zu schwedischen Studierenden aufbauen, zusätzliche Kursangebote mitnehmen und ganz viel die Stadt, die Natur und Kultur entdecken.

Was haben Sie während Ihres Aufenthalts als Musiker:in und als Mensch gelernt?
Ich habe einen umfassenden Einblick in die in Deutschland eher unbekannte schwedische Musik erhalten, neben Werken für Klavier, Gesang und Chor auch schwedische Pop- und Volksmusik. Außerdem habe ich gelernt, mich auf neue, ungewohnte Situationen einzulassen und insgesamt habe ich sehr von dem Austausch mit den schwedischen und internationalen Studierenden profitiert. Ich bin sehr dankbar für diese wertvollen Erfahrungen und die Möglichkeit, dass ich mit dem Erasmus-Programm in Schweden studieren konnte.
 

Die Studentin Luise Pippig vor de Partnehochschule Kungliga Musikhögskolan StockholmStockholmer Altstadt hinter WasserEine Insel im WasserSchwedische Köstlichkeiten im Hembygsgårds Café auf der Insel VaxholmBeleuchteter AltarGrün-gelbe Polarlichter am Nachthimmel von Lappland