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Erasmus-Aufenthalt im Vereinigten Königreich

Clara-Maria Schina studiert Klavier an der HfM Dresden. Das Wintersemester 2025/26 verbrachte sie im Rahmen des ERASMUS-Austauschprogramms am Royal Birmingham Conservatoire (RBC), Vereinigtes Königreich. Hier berichtet sie u.a. von ihren Eindrücken und persönlichen Erfahrungen vom Studium an der Musikhochschule.

„Bereits in meinem Erststudium (Lehramt Musik) wollte ich gerne ein Semester im Ausland studieren, doch dann kam Corona und es war bis zum Abschluss des Studiums nicht möglich. Mittlerweile studiere ich im künstlerischen Master Klavier, für mein zweites Schulfach Englisch stand noch ein verpflichtender Auslandsaufenthalt an und beides konnte ich nun mit einem Erasmus-Semester am Royal Birmingham Conservatoire in England verbinden. Die Wahl fiel auf Birmingham, weil dort Jan Loeffler Klavier unterrichtet, den ich bei einem Meisterkurs in Dresden im Januar 2025 bereits kennenlernen durfte.  Von Anfang an fühlte ich mich an der Hochschule in Birmingham sehr willkommen.

Als Exchange Student erhält man in Birmingham einen garantierten Wohnheimplatz, der  in meinem Fall nur fünf Minuten zu Fuß vom Hochschulgebäude entfernt war. Das Studium betreffend war ich doch überrascht, wie anders der Master of Music aufgebaut ist. Man hat nicht nur einen, sondern zwei Hauptfachlehrer*innen und jeweils 60 Minuten Einzelunterricht im wöchentlichen Wechsel. Dies finde ich etwas gewöhnungsbedürftig, da man sich einfach nur schleppend kennenlernt und im Unterricht nicht so leicht in die Tiefe gehen kann, wie wenn man nur eine Lehrkraft hat, die man wöchentlich für 90 Minuten sieht. Interessant waren die wöchentlichen Performance Classes, in denen der ganze Klavierjahrgang zusammenkam, immer drei bis vier Studierende zum Vorspielen eingeladen waren  und wöchentlich wechselnd jemand aus der Klavierfachschaft mit den Studierenden arbeitete.

Grundsätzlich gibt es mehr Möglichkeiten sich im Master zu spezialisieren. Neben dem Principal Study Modul wählt man im ersten Jahr zwei Professional Development Modules, es werden eine Vielzahl von Seminaren angeboten, darunter beispielsweise Pädagogikmodule, musiktheoretisch/wissenschaftliche Module aber auch Writing Music for Media oder Performing and Producing in the Studio. Ein grundsätzlicher Unterschied zu deutschen Musikhochschulen ist, dass es in England weniger unterschiedliche Studiengänge gibt. Beispielsweise gibt es kein Instrumentalpädagogikstudium, Lehramtsstudium oder Musiktheoriestudium, sondern man studiert das Instrument und spezialisiert sich dann innerhalb des Studiums. Dadurch entsteht nicht wie in Deutschland dieses Schubladendenken zwischen Studierenden im Lehramt, in der Musikpädagogik und im künstlerischem Studium.

Weiterhin habe ich das Gefühl, dass das Studium dort berufsorientierter ist. Im Modul Career Development gab es wöchentliche Seminare zu verschiedenen Berufswegen, die man mit dem Master of Music einschlagen kann. Dieser Fokus auf das Berufsleben hat mir gut gefallen. 

Es hat mir auch besonders gut gefallen, wie herzlich wir als Austauschstudierende von der Klavierabteilung an der Musikhochschule empfangen und integriert wurden. Wir durften direkt kurz nach Semesterstart im November in der Festival Week auftreten, wurden ermutigt uns direkt bei Wettbewerben anzumelden, ich wurde im Dezember für einen Klavierkurs ausgewählt und wir hatten im Head of Keyboard, John Thwaites sowie Jan Loeffler immer Ansprechpartner bei Anliegen jeglicher Art. Für mich war diese Art der Betreuung nicht selbstverständlich und ich war dafür sehr dankbar. 

Ich habe mir am Anfang des Semesters sehr viel Stress gemacht, dort einen guten Eindruck zu hinterlassen und viel Zeit mit Üben und Vorbereiten des Repertoires verbracht. Es war mir aber auch wichtig, mir an den Wochenenden Zeit für Ausflüge und Unternehmungen zu nehmen. 

Leider hat sich die gute Betreuung durch die Klavierabteilung nicht durch die ganze Hochschule durchgesetzt. Zuständigkeiten waren nicht geklärt, es konnten mir keine offiziellen E-Mails vom Conservatoire zugestellt werden,  E-Mails wurden teilweise nicht beantwortet und die Verwaltung machte einen chaotischen Eindruck. Ich hoffe, dass es für zukünftige Austauschstudierende reibungsloser verläuft. 

Im Großen und Ganzen war der Aufenthalt in Birmingham eine tolle Zeit. Ich habe von vielen unterschiedlichen Lehrpersonen Feedback und Input erhalten, konnte Auftrittserfahrung sammeln und mich als Musikerin weiterentwickeln. Auch lässt mich das Semester an einer anderen Musikhochschule die HfM Dresden ganz anders wertschätzen, man sieht einiges plötzlich in ganz anderem Licht. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich ein Semester am Royal Birmingham Conservatoire verbringen durfte.

 

Das Logo des Royal Birmingham Conservatoire auf einer MauerDer leere Konzertsaal des Royal Birmingham ConservatoireEin leerer Unterrichtsraum mit Klavier bei SonnenaufgangDie Klavier-Studentin Clara Schina am Klavier der Recital HallDas Hochschulgebäude des Royal Birmingham Conservatoire bei SonnenscheinDie Studentin Clara Schina neben einer Highland Cow