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14.11.18, Mittwoch, 11:00 - 17:00
Hochschule für Musik Dresden, Kleiner Saal, Wettiner Platz 13, Dresden

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Eintritt
Eintritt frei

Konzeption: Prof. Dr. Matthias Herrmann

Der Prager Komponist Erwin Schulhoff (* 1894) lebte 1919/20 in Dresden. Er gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten der musikalischen Moderne und hat sich um 1920 mit unterschiedlichen Zeitströmungen auseinandergesetzt – mit Expressionismus, Dadaismus, Jazz, Neuer Sachlichkeit und Neoklassizismus. Er war jüdischer Herkunft, wurde nach der Besetzung Tschechiens interniert und starb 1942 im deutschen KZ Wülzburg (Bayern).

In Dresden veranstaltete Schulhoff Konzerte, komponierte vielseitig und suchte Kontakte zu bildenden Künstlern. Er strebte ein interdisziplinäres Miteinander an und wollte die Künste der Zeit in einen Dialog bringen. Er wurde Mitglied der Dresdner Sezession „Gruppe 1919“, nahm Kontakt zu Arnold Schönberg in Wien und zu George Grosz in Berlin auf.

Aus Schulhoffs Werken und Texten um 1920 spricht eine innovative, experimentelle und unorthodoxe Sicht. Nach Ende des Ersten Weltkrieges und der Abdankung der Monarchie wollte er mit seinen musikalischen und sprachlichen Aktivitäten die Umwelt aufrütteln und provozieren. In der traditionsreichen (ehemaligen) sächsischen Residenzstadt sorgte er für Unverständnis und Fassungslosigkeit. Andererseits fand er einen illustren Kreis von ‚Revoluzzern‘ im Kunstbereich und versuchte um 1919/20 eine Art freie Szene aufzubauen.

 

11:00
„… bin nicht Bürger, nicht Jude, nicht Christ, – ich will Mensch sein“!
Biographische Einführung und zur Kontroverse Schulhoffs mit Schönberg zwischen Dresden und Mödling 1919/20
Referent: Prof. Dr. Matthias Herrmann, Dresden
Der Schulhoff-Nachlass im Nationalmuseum /Tschechisches Museum für Musik Prag
Referentin: Dr. Marketa Kabelková, Prag
Einflüsse des Dadaismus auf Erwin Schulhoff
Referent: PD Dr. Tobias Widmaier, Freiburg i.Br.

13:00
Die Dresdner Secession „Gruppe 1919“ als interdisziplinäre Künstlervereinigung
Referent: Johannes Schmidt, Dresden
Schulhoffs Sonata erotica – Prolegomena zu einer Musiktheorie des Körpers
Referent: Prof. Dr. Michael Heinemann, Dresden
„Zum Einschlafen gibt’s genug Musiken“.  Schulhoffs avantgardistische Strategienim Kontext der Zeit
Referent: Prof. Dr. Jörn Peter Hiekel, Dresden

 

15:00
„Tango perversiano“ und „Kunst-Jazz“ – Facetten der Jazzrezeption im Werk Erwin Schulhoffs
Referentin: Dr. Miriam Weiss, Heidelberg
„Con malinconia grotesca“ – Erwin Schulhoffs erstes Streichquartett zwischen Tradition und Moderne
Referent: Dr. Tobias Schick, Dresden
Konzept einer Moderne? Erwin Schulhoffs Nähe zum Expressionismus
Referent: Prof. Dr. Manuel Gervink, Dresden

 

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