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Die erste Reality-Show

Dresdner Doktorarbeit über Strauss‘ Oper „Intermezzo“ erschienen

„Die Selbstverständlichkeit, mit der Menschen heute in den Reality-Formaten im Fernsehen gezeigt werden, war rund um die Zeit des ersten Weltkrieges ein absolutes Novum. Richard Strauss war zwar dafür bekannt, dass er in seinen symphonischen Werken sich selbst zum Vorbild seiner musikalischen Charaktere machte, er ging aber in seiner Oper >Intermezzo< noch einen Schritt weiter, indem er die Handlung ins Private verlegte. Das war spektakulär“, so Dr. Christian Cöster, Absolvent der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Er promovierte bis 2014 am Institut für Musikwissenschaft bei Prof. Dr. Michael Heinemann. Die Doktorarbeit ist jetzt im Verlag Dohr erschienen.


„Während meines Studiums in Dresden habe ich festgestellt, dass es zu dieser komödian­tischen Oper bisher kaum Veröffentlichungen gab. Dabei sind Thema und Umstände, unter denen die Oper entstand, äußerst spannend“, so Cöster. Es geht um einen Ehestreit mit zahlreichen Unterstellungen, an dessen Ende aber doch die Versöhnung steht. „Ursprünglich sollte der österreichische Dichter Hermann Bahr den Text für die Oper schreiben. Strauss hatte aber so konkrete Vorstellungen von den Dialogen, dass er ihn am Ende doch selbst schrieb“, so Cöster weiter. Zudem habe Strauss bestimmten Personen und Situationen Tonarten zugewiesen, die neben der offenkundigen Handlung zu einer zweiten spannenden, musikdramaturgischen Interpretationsebene führen.

Cöster studierte bis 2002 Lehramt in Dresden und stieg 2007 in den Lehrerberuf ein. Seitdem unterrichtet er Deutsch und Musik am Graf-Zeppelin-Gymnasium in Friedrichshafen und betreibt Musikwissenschaft als Nebentätigkeit.

Christian Cöster: Intermezzo. Richard Strauss als Komödiant, Hermann Bahr und Hans Sommer
296 S., 9 Notenbsp., 8 S. in Farbe, Hardcover
Verlag Dohr
ISBN: 978-3-86846-164-0

 

 


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