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Heinrich-Schütz-Archiv

Das Heinrich-Schütz-Archiv am Institut für Musikwissenschaft der Dresdner Musikhochschule wurde 1988 von Dr. Wolfram Steude († 2006) als Forschungsinstitut für mitteldeutsche Musikgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts gegründet. Im Mittelpunkt der Arbeitsthemen steht nach wie vor die Schütz-Forschung, doch sind inzwischen weitere Forschungsfelder (etwa zur Musik in Dresden bis zum Ausgang der Barockzeit) hinzugekommen.

Erfassung, wissenschaftliche Aufbereitung und Publizierung von Noten-, Text- und Bildquellen zur mitteldeutschen Musikgeschichte von ca. 1600 bis gegen 1750 gehören zu den zentralen Aufgaben des Heinrich-Schütz-Archivs. Als besondere wissenschaftliche Herausforderung erwies sich die Edition der "Schütz-Dokumente". Diese enthalten den kommentierten Abdruck aller von Heinrich Schütz überlieferten Schriftstücke in Briefform (Briefe, Memoriale, Gesuche, Gutachten, Eingaben etc.), ferner die den Originalausgaben seiner musikalischen Werke beigegebenen Widmungen, Vorreden und Nachworte, seine Gedichte, Stammbucheintragungen und eigene vertonte Texte sowie Legatsakten, Urkunden und Quittungen mit Eintragungen von Schütz' Hand. Die Schütz-Dokumente sind 2010 im Verlag Dohr erschienen.

Die Bezeichnung "Archiv" leitet die Forschungsstelle von ihrer Mikrofilmsammlung von Text- und Notenquellen her. Originalquellen besitzt sie nicht. Die Filmsammlung aber wird zunehmend sowohl von Fachmusikern als auch von Musikwissenschaftlern für ihre Arbeit genutzt, nicht minder von Studenten des Hauses, insbesondere von Absolventen, deren Diplomarbeit über ein Thema der "Alten Musik" handelt.

Die enge Verbindung zwischen Musikwissenschaft und Musikpraxis artikuliert sich in der guten und fruchtbaren Zusammenarbeit der Mitarbeiter des Heinrich-Schütz-Archivs sowohl mit Einrichtungen (wie der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. und der Internationalen Heinrich-Schütz Gesellschaft) als auch mit vielen Musikern und Ensembles der "Alte Musik"-Szene in Mitteldeutschland und nicht zuletzt im engen Zusammenwirken mit den Dozenten und Studenten des Ausbildungsangebotes "Alte Musik" an der Dresdner Hochschule für Musik unter der Leitung von Prof. Ludger Rémy.